Konzept für Glücksgefühle

 Schlangen vor einem Laden von Søstrene Grene

Schlangen vor einem Laden von Søstrene Grene

'Time you enjoy wasting is not wasted.' Das ist der Leitspruch der Interior- und Lifestylekette Søstrene Grene, einem ungewöhnlichen Ladenkonzept mit rasanten Wachstumsraten.

Ladenkonzept? Wie soll das denn funktionieren? Weniger Kunden in den Innenstädten, die Warenhauskette Strauss macht dicht, Bulters meldet Insolvenz an, Onlineanbieter gewinnen an Marktanteil. 

Søstrene Grene zeigt, dass es geht. Wie es geht! Gegründet in Dänemark im Jahr 1973 ist das Konzept der Inbegriff des skandinavischen Designs. Mit inzwischen mehr als 140 Geschäften in Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Japan. Und seit Juni 2016 in Deutschland. Inzwischen ist Søstrene Grene hier mit zehn Läden vertreten. Erst Ende April hat der bisher größte Shop in der Hamburger Innenstadt aufgemacht, im Mai 2017 findet die nächste Eröffnung statt - in Berlin.

Was ist das Erfolgskonzept?

Hochwertige Produkte zu günstigen Preisen mit begrenzter Verfügbarkeit

Søstrene Grene verkauft hochwertige, schöne Interior- und Lifestyle-Produkte zu günstigen Preisen. Wöchentlich kommen neue Kollektionen. Und diese sind nicht von der Stange. Gute Basisprodukte aus möglichst natürlichen Materialen werden ‚besser gemacht’, zum individuellen Produkt von Søstrene Grene gemacht. Ganz entscheidend: Kein Artikel wird identisch nochmals aufgelegt. Das Sortiment lebt von der begrenzten Verfügbarkeit und der immer neuen Überraschung. 

100% Verkauf über Ladengeschäfte, die das Einkaufserlebnis schaffen

Keines der Produkte ist online zu kaufen, sondern nur in den heimeligen Läden. Und diese sind einfach schön! Schön dekoriert mit schönen Produkten in schönen Farben in schöner Atmosphäre. Einkaufen wird zum Erlebnis. Und so erreicht Søstrene Grene eine Kundenfrequenz und eine Conversion-Rate, von der andere nur träumen.

Extremer Kundenfokus

95% Der Kunden in den Läden des dänischen Unternehmens sind Frauen. Und diese werden über alle Sinne mit den für sie passenden Produkten angesprochen. Und dass die Produkte stimmen, zeigt folgende Beobachtung: fast niemand verlässt den Laden ohne einen Kauf.

Emotionale Kundenansprache

Bereits seit der Gründung im Jahre 1973 nimmt Søstrene Grene die Kunden mit in die Welt der zwei alternden Schwestern. Es ist dieGeschichte von Anna und Clara. Mit ihren Werten und Vorstellungen. Dem Gefühl für Ästhetik, die Freude und der Vorliebe für gemütliche Erlebnisse zu schaffen. Und esgefällt den Schwestern, die Kunden in ihrer wunderbaren Welt der Kreativität und Freude zu überraschen und zu begeistern.

Die Läden passen in unsere Zeit. In eine Welt, in der wir vielleicht vieles Unschöne durch ein schönes Zuhause ausblenden möchten. In der uns die Digitalisierung zum DIY treibt (ja, hier ist Søstrene Grene dann doch digital – mit schönen DIY-Anleitungsvideos).

Die wichtigsten Erkenntnissen sind aber eigentlich folgende:

·      Der Kunde wählt nicht per se einen Kanal. Wenn er sich aber entscheidet, möchte er das
Gefühl haben, dass ihm ein Mehrwert geboten wird.

·      Bei einem nicht durchdachten Konzept funktioniert überhaupt kein Kanal. Technik ist immer nur Mittel zum Zweck. Und auch Omni-Channel kann kein schlechtes Produkt retten.

Und zum Abschluß vielleicht das Wichtigste: Es geht um die Story. Und da ist Apple nicht das einzige Unternehmen, dem dieses gelungen ist. Vielleicht tun wir uns in Deutschland teilweise etwas schwer damit. Oder meinen, unser Kunde möchte alle Informationen kurz und kompakt. Nein, auch der deutsche Kunde liebt Bilder und Geschichten. Und dafür stellt er sich sogar in eine Schlange vor einen Laden. Für ein Produkt, von dem er eigentlich noch gar nicht weiß, dass er es kaufen möchte. 

zur Website von Søstrene Grene